Lyrik

A. Delp

Die Welt ist Gottes so voll.
Aus allen Poren der Dinge quillt er gleichsam uns entgegen.
Wir aber sind oft blind.
Wir bleiben in den guten und schlechten Stunden hängen.
Wir erleben sie nicht durch
bis zu dem Brunnenpunkt,
an dem sie aus Gott hervorgehen.
Das gilt für das Gute und für das Elend.
In allem
willt Er mit uns Begegnung feiern
und erwartest die
anbetende und liebende Antwort.
Dann wird das Leben frei in der Freiheit,
die wir so oft gesucht haben.

 

Alfred Delp, geb. am 15. September 1907 in Mannheim, 1926 Eintritt in den Jesuitenorden,
Mitarbeit im Kreisauer Kreis im Widerstand gegen das NS-Regime,
verhaftet Juli 1944, hingerichtet 2. Februar 1945 in Berlin.
Der obige Text stammt aus einem Kassiber vom November 1944.